Sondermaschine zum Testen von Schlagzeugbecken

Entwickelt für: Thomann Leistungen:
Software
Elektronik
Mechanik

Schlagworte

  • Servomotoren
  • Beaglebone Black
  • Echtzeit
  • CANBUS
  • Linux

Der Cymbot erstellt 100 % vergleichbare Beckensounds durch einen vollständig automatisierten Einmessprozess. Über eine Webanwendung können die Kunden der thomann GmbH so die Sounds verschiedener Becken miteinander vergleichen und eine fundierte Kaufentscheidung treffen.

Bei der Auswahl von Schlagzeugbecken im Online-Shop von Thomann stehen dem Kunden Audio-Samples zur Verfügung, um sich vor dem Kauf ein Bild vom Klang zu machen. Bisher wurden diese Aufnahmen manuell von einem Musiker erstellt. Für die Vergleichbarkeit verschiedener Becken spielen aber Schlaghärte, Anschlagwinkel, Bewegungsablauf und Anschlagposition eine entscheidende Rolle. Gerade diese Faktoren lassen sich durch Menschen nur unzureichend reproduzierbar ausführen.

Eine Maschine könnte zwar relativ einfach auf zwei Becken schlagen und dadurch Vergleichbarkeit herstellen, diese Lösung würde aber am eigentlichen Ziel vorbeigehen: Klangbeispiele bereitzustellen, die dem Anschlag eines Schlagzeugers möglichst nahekommen.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben die Ingenieure der feinarbyte GmbH zunächst die genauen Bewegungsabläufe eines professionellen Musikers in Slow-Motion-Aufnahmen untersucht. Anschließend wurde ein Anschlagarm entwickelt, der vor allem im Moment des Kontakts von Stick und Becken der Bewegung des Musikers möglichst nahekommt. Die Lösung ist ein relativ komplexer, freischwingender zweiachsiger Schlagarm mit Seilzug und Federrückstellung.

Die Gründe für diese Spezialanfertigung sind die folgenden:

  • Durch den Antrieb mittels Seilzug, die Möglichkeit des Arms durch Trägheit frei zu schwingen und die Federrückstellung konnte ein sehr geräuscharmer Bewegungsablauf realisiert werden, der in der Aufnahme nicht zu hören ist.
  • Aufgrund der unterschiedlichen Rückfederung des Sticks nach dem Auftreffen, je nach Becken und Position, kann sich der Stick relativ frei und unterschiedlich schnell vom Becken entfernen. Dies ist nötig, um keine Dämpfung des Anschlags zu verursachen.
  • Die Zweiachs-Konstruktion des Arms ist dem menschlichen Arm mit Ellbogen und Handgelenk nachempfunden und verursacht beim Kontakt des Beckens eine minimale Wischbewegung, die elementar für einen natürlich klingenden Anschlag ist.

Um verschiedene gewünschte Punkte exakt gleichartig anfahren und anspielen zu können, müssen vor der Aufnahme Kontur und Position des Beckens bekannt sein. Da keine einheitlichen Herstellerdaten zur Verfügung stehen, wurde beschlossen, jedes Becken vor der Aufnahme zu vermessen. Mechanische Abtastlösungen schieden wegen der losen Aufhängung aus, ebenso induktive und kapazitive Messsysteme. Die Lösung brachte ein Lasersensor von Micro-Epsilon, der durch eine 3-Achs-Portalmaschine die Oberfläche abfährt.

Die zunächst relativ einfach erscheinende Aufgabe brachte weitere Herausforderungen mit sich, die mit cleveren Lösungen gemeistert werden konnten. Die Maschine ist ein schönes Beispiel für eine mechatronische Lösung, die komplett im Hause feinarbyte erarbeitet wurde.

In der Presse

© Feinarbyte